Intelligent und ein Leben lang treu: die Dohle

Tierporträt

Foto: Fressnapf

Ein kleiner Rabe mit hellen Augen? Das kann nur eine Dohle sein! Die Experten der Fachmarktkette Fressnapf wissen noch mehr über den krähenverwandten Singvogel, den der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) zum Vogel des Jahres 2012 gewählt haben.

Eine Dohle von einem Raben oder einer Krähe zu unterscheiden ist recht einfach – obwohl alle zur Familie der Rabenvögel zählen. Die Dohle ist durch ihren kurzen Hals, Schnabel und ihren kurzen Schwanz deutlich kleiner als andere Rabenvögel. Das Gefieder der Dohle ist auf den ersten Blick schwarz mit einer kleinen silbergrauen Haube, die den Hinterkopf, Nacken und die Ohren abzudecken scheint. Der Haube verdankt die Dohle auch ihren wissenschaftlichen Beinamen „Monedula“, was so viel wie Mönchlein bedeutet. Je nach Lichteinfall reflektiert ihr Gefieder auch die Farben grün bis violett. Am einfachsten erkennt man die Dohle durch ihre stechend blauen bis silbrig-weißen Augen.

Dohlen, die zu den intelligentesten einheimischen Vogelarten zählen, sind zudem ausgesprochen gesellige Vögel und bewegen sich mit ihren lebenslangen Partnern gerne in Gruppen oder Schwärmen. Während der Brutzeit von April bis Mai ist das Dohlenpaar allerdings für sich und brütet bis zu sechs Eier aus. Die Rangfolge in der Gruppe bestimmt, wem die besten Nistplätze und das beste Futter zustehen. Diese ausgeprägte Kommunikation innerhalb der Gruppen und das hoch entwickelte Gesellschaftsleben der Dohle sind in der Tierwelt einzigartig. Die Intelligenz dieses Singvogels ist auch an seiner Lernfähigkeit erkennbar: Im Laufe ihres Lebens lernt die Dohle Geräusche und Stimmen aus ihrem Umfeld nachzuahmen, nicht zuletzt, um andere Vogelarten zu täuschen.

Doch das Nahrungs- und Nistplatzangebot für die Dohlen ist zurückgegangen: Die Versiegelung der Böden hat zugenommen, die Landwirtschaft arbeitet mit Pestiziden und Insektiziden und an Häusern, in Dachstühlen und Türmen sind die Vögel keine gern gesehenen Gäste mehr. Gerade durch die Sanierung von Gebäude-Fassaden fallen den Höhlenbrütern wertvolle Nistmöglichkeiten weg. Deshalb erhält die Dohle in diesem Jahr verstärkte Aufmerksamkeit, auch wenn sie insgesamt noch in großer Zahl vorkommt und sehr anpassungsfähig ist.

So kann man den Dohlen helfen: Wer einen eigenen Garten oder ein Grundstück besitzt, kann an Bäumen oder Gebäuden für Dohlen geeignete Nistkästen aufhängen. Eine Bauanleitung findet sich z. B. auf der Internetpräsenz des NABU (www.nabu.de). Achtung: Die Nistkästen sollten für Katzen oder Marder schwer erreichbar sein!



Quelle: Fressnapf
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