Quelle: FressnapfEin eifersüchtiger Hund kann ganz amüsant sein – etwa dann, wenn er sich in den Vordergrund wedelt, stupst oder heult. Doch mit der Zeit ist sein aufsässiges Verhalten lästig, wenn nicht sogar gefährlich. Warum Hunde in Beziehungs-Stress geraten und wie
ihre Besitzer vorbeugen können, beantworten die Experten der Fachmarktkette Fressnapf.
Hunde sind Rudeltiere. Als solche leben sie mit einer Rangordnung, die für sie feststeht, sobald sie einmal klar definiert oder ausgetragen wurde. Kommt ein neues Rudelmitglied hinzu – sei es Frauchens neuer Partner, ein Baby oder ein anderes Haustier –, geht unter Umständen der Konkurrenzkampf los. Wer nimmt welchen Platz in der Hierarchie ein? Ist das geklärt und halten sich alle Rudelmitglieder daran, bleibt das, was wir Menschen Eifersucht nennen, aus.
Wenn ein neuer Partner kommt
Als Sozialpartner Ihres Vierbeiners nehmen Sie für ihn einen wichtigen Platz ein. Sie sollten ein Tier jedoch niemals als Partnerersatz ansehen oder zum Mittelpunkt Ihres Lebens machen. Dann ist der Ärger vorprogrammiert, sobald der Hund Ihre Zeit und Aufmerksamkeit plötzlich mit einer neuen Partnerin oder einem Partner teilen muss. Für den Vierbeiner muss klar sein: Im Rang steht er immer hinter dem Mensch, egal ob es einer ist oder zwei sind. Verbinden Sie für Ihren Hund mit dem neuen Partner etwas Positives, indem Sie zum Beispiel gemeinsam einen Spaziergang machen, wenn Ihr Partner kommt, oder gemeinsam mit dem Hund spielen. So lernt Ihr Vierbeiner, dass – sobald Ihr Partner das Feld betritt – etwas Schönes und Spannendes passiert.
Wenn ein Baby kommt
Auch hier gilt: Eine klare Rangordnung sollte bereits bestehen, bevor sich die Familie vergrößert. Das Kinderzimmer sollte schon Wochen vor der Geburt zur Tabu-Zone für den Hund werden. So bezieht er das Verbot nicht auf das Baby. Zur Einstimmung auf den Nachwuchs können Sie den Vierbeiner z. B. eine volle Windel aus dem Krankenhaus beschnuppern lassen. Ist das Baby dann zu Hause, halten Sie Ihr Tier bitte nicht von ihm fern! Das kann das Konkurrenzgefühl schüren. Für den Hund sollte spürbar sein, dass weder ihm noch seinem Rang Gefahr droht. Lassen Sie ihn einfach am Familienleben teilhaben. Wenn er in der Nähe des Babys ist, können Sie durch Lob und Belohnung für positive Verknüpfungen bei ihm sorgen.
Wenn ein anderes Haustier kommt
Handelt es sich um einen Hund, werden die beiden die Ränge innerhalb des Rudels selbst festlegen. Wichtig ist, dass Sie die Rangordnung anerkennen und auf Tadeln des Ranghöheren im Beisein des anderen Hundes verzichten. Hier ist feines Gespür gefragt. Manchmal hilft es, die Vierbeiner auf neutralem Boden außerhalb des Reviers miteinander bekannt zu machen. Kommt eine Katze hinzu, können Sie deren Mobiliar vorab zum Beschnuppern bereitstellen. Ist das tierische Familienmitglied da, schenken Sie Ihrem Hund nach wie vor Aufmerksamkeit. Die Anschaffung von Kaninchen, Meerschweinchen, Vögeln und anderen Kleintieren sollte gut überlegt sein, wenn ein Hund im Haus ist. Sie geraten allein durch seine Anwesenheit unter Stress. Wenn überhaupt sollten sie nur kurz und unter Aufsicht aufeinandertreffen. Geben Sie Tieren Zeit, sich langsam aneinander zu gewöhnen.
Besonders für Babys und tierische Neuankömmlinge gilt: Lassen Sie sie niemals ohne Aufsicht mit Ihrem Hund alleine! Zeigt er dauerhaft aggressives, zerstörerisches Verhalten, empfehlen wir eine Therapie oder zumindest eine Abklärung der Ursachen mit dem Tierarzt.
Quelle: Fressnapf