Tierschutzprojekte vor Ort in Spanien

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Wir sind ein junger Verein, der sich ganz bewusst für Tiere aus Spanien engagiert. Wir sind der Meinung, dass die Hilfe vor Ort das Wichtigste ist, was man als deutscher Tierschutzverein im Ausland leisten kann. Daher unterstützen wir unsere spanischen Partner mit unseren Projekten, denn Tierschutz ist grenzenlos. Mit einer gezielten Hilfe im Land selbst, ist ein effektiverer Schutz der Tiere möglich.

Bei zahlreichen Besuchen unserer Partner in Spanien sind uns eine Menge Straßenhunde aufgefallen, deren Aufnahme aufgrund der Überfüllung der Tierheime nicht möglich ist. Daher versuchen wir beispielsweise mit unseren Kastrationsprojekt die Population der Streuner einzudämmen und damit auch die zukünftigen Generationen der Tierheimhunde zu minimieren.

In den Tierheimen selbst sind wir auf die "Randgruppen" aufmerksam geworden, die einerseits aufgrund ihrer Angst oder andererseits aufgrund ihres Alters nicht mehr oder nur sehr schwer vermittelt werden können. So wurde es uns ein besonderes Anliegen, uns um die "ungesehenen" Hunde ebenso wie um die Angsthunde und die „grauen Schnauzen“ zu kümmern.

Aus all diesen Beobachtungen sind unsere Projekte entstanden, die wir gern im Einzelnen vorstellen:


Kastrationsprojekte

In Zusammenarbeit mit dem ETN e.V. haben wir erstmalig im Jahr 2010 in unserem Partnertierheim in Jumilla, Spanien, ein weitgreifendes Kastrationsprojekt durchgeführt. Ein weiteres Projekt konnten wir in 2011 erfolgreich abschließen, so dass innerhalb eines Jahres fast 1.000 Hunde und Katzen kastriert werden konnten. Es war uns möglich, da wir selbst vor Ort waren, das spanische Fernsehen und spanische Radiosender für unser Projekt zu interessieren, so dass in der Öffentlichkeit ein reges Interesse für unser Projekt bestand. Vor allem fragten sich die Spanier: "Warum kommen die Deutschen zu uns und kastrieren unsere Hunde und Katzen kostenlos?" Diese Frage konnte durch uns hundertfach beantwortet und eine gewisse Sensibilisierung mit dem Thema erreicht werden.

Wir konnten in tränengefüllte Augen schauen, schamerfüllte Menschen, die zugaben, dass es ihnen kaum möglich sei ihre Hunde zu ernähren. Es wäre ihnen niemals möglich gewesen eine Kastration zu zahlen. Daher haben wir nicht nur unser Partnertierheim von diesem Projekt profitieren lassen, sondern auch sozial schwache Familien oder befreundete Tierheime.

Das Kastrieren von Straßen- und Tierheimhunden ist unseres Erachtens der größte Beitrag, den man im Auslandstierschutz leisten kann.


Das Angsthundprojekt

Dieses Projekt beschäftigt sich mit traumatisierten Hunden, die ohne professionelle Hilfe ihren Lebensabend hinter Gittern verbringen würden. Im südländischen Ausland ist es an der Tagesordnung, dass Hunde in Tierheime kommen, die noch nie Kontakt zu menschlichen Wesen hatten oder aber schwer misshandelt wurden. Auch sind Abgaben im Welpenalter normal, so dass diese Hunde nie das "normale Leben" kennen lernen dürfen, sondern nur Beton und Gitter als ihr Zuhause ansehen und bei dem Kontakt mit fremden Menschen oder gar einer Rasenfläche ihre Angst ausbricht. Sie haben entweder nichts kennen lernen dürfen oder aber schlechte Erfahrungen mit den Zweibeinern gemacht.

Im Jahr 2010 haben wir mit der Schulung von Freiwilligen in Spanien angefangen. Deutsche Trainer, die sich auf traumatisierte Hunde spezialisiert haben, sind mit uns nach Spanien gereist und haben all ihr Wissen dort gelassen. Viele Hunde, bei denen das Anlegen eines Geschirres noch vor einigen Monaten unmöglich gewesen wäre, sind inzwischen in Spanien adoptiert worden. Es ist unglaublich wie viel man mit Liebe, Geduld und dem entsprechenden Know How bei angeblich hoffnungslosen und unvermittelbaren Fällen erreichen kann.

Inzwischen bereiten wir Schulungen in Deutschland vor, damit der ein oder andere Angsthund, der in Spanien keine Chance hat, hier in kompetente Hände gelangt.


Das "Graue Schnauzen Projekt"

Ältere Hunde werden in Tierheimen besonders schwer vermittelt. Nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in den südlichen Ländern werden sie nur mit sehr viel Glück adoptiert.

Meist haben gerade diese Hunde bereits in Familien gelebt. Sie müssen nicht nur den Verlust verkraften, sondern sie leiden besonders darunter, ihren Lebensabend in einem Zwinger verbringen zu müssen. Dabei haben gerade ältere Hunde neben ihren Erfahrungen und ihrer Grunderziehung ein großes Anpassungsvermögen. Und auch in Punkto Lernfähigkeit stehen sie jüngeren Hunden in nichts nach. Sie bringen viel Liebe und eine große Dankbarkeit mit in ihr neues Zuhause. In unseren Partnertierheimen warten viele ältere Hunde auf ihre neue Chance.

Wir versuchen für diese Hunde Paten zu finden und finanzieren ihnen einen lebenswerten letzten Lebensabschnitt in so genannten Dauerpflegestellen. Das bedeutet, dass diese Hunde nicht mehr vermittelt werden, sondern einfach ihre letzten Monate/Jahre in Pflegestellen verbringen und als geliebter Hund in einer Familie sterben dürfen. Wir übernehmen die Kosten für Tierarztbehandlungen, Hundesteuer usw. und wollen diesen Lebewesen hiermit einen würdigen Lebensabend bescheren.

In den vergangenen zwei Jahren konnten wir etlichen Senioren mit diesem Projekt ermöglichen ihren letzen Lebensabschnitt mit Liebe, vielen Leckerchen, Spaziergängen und einem warmen Körbchen zu verbringen. Patenschaften für unsere Senioren sind schon ab 10,-- € im Monat möglich.


Futterpatenschaften

Die Gemeinde Jumilla hat im September 2010, aufgrund der Wirtschaftskrise, ein Sparprogramm gestartet. Die Einsparungen betreffen die öffentlichen Ausgaben (Müllabfuhrkosten usw.). Leider ist auch unser Partnertierheim in diese Pläne einbezogen worden. Die Futterkosten für die z.Zt. 100 untergebrachten Hunde werden ab sofort nicht mehr übernommen. In der letzten Zeit ist es vermehrt dazu gekommen, dass Bürger der Stadt Jumilla ihre Hunde über den Zaun geworfen haben oder an die Tür des Tierheimes angebunden haben.

Die Kapazität von 80 Hunden ist nun schon lange überschritten. Viele Tiere mussten dem Tierarzt vorgestellt werden und inzwischen steht unseren spanischen Kollegen das Wasser bis zum Hals. Um sie finanziell entlasten zu können und ihre wichtige Arbeit zu unterstützen, haben wir uns überlegt, dies in Form von Futterpatenschaften ermöglichen zu können.
Irene, die Tierheimleiterin, berichtet von monatlichen Futterkosten in Höhe von ca. 600,-- €. Somit wäre es möglich einen Hund für nur 6,-- € im Monat satt zu bekommen.

Mit Hilfe unserer Futterpaten konnten wir schon in diesem Jahr 1.600,-- € an das Tierheim Jumilla übergeben.




Natürlich vermitteln wir auch Hunde aus Spanien in End- und Pflegestellen in Deutschland. Hierzu ist es wichtig zu wissen, dass ca. 800.000 Hunde im Jahr allein in Spanien offiziell euthanasiert werden. Der spanische Staat zahlt nur für 10-21 Tage die Unterbringung in so genannten "Perreras" (Tötungen). Sollten die eingefangenen Hunde in dieser Zeitspanne nicht abgeholt werden, werden sie getötet.

Wir haben uns darauf konzentriert, die spanischen Kollegen zu unterstützen, die in ihrem Land Aufklärungsarbeit leisten und sich darum bemüht haben, diese Perreras in Tierheime umzuwandeln. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Hilfe in jeglicher Art erfahren könnten, da uns unsere Partner und unsere Projekte sehr am Herzen liegen. Jeder kann in seinem Rahmen der Möglichkeiten helfen, sei es durch Mundpropaganda, einer Futterpatenschaft oder aber durch die aktive Hilfe im Verein.






Quelle: perros-de-catalunya.de, published on: Pressekat.de - Pressemitteilungen, Artikel und Texte
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